Hi!
Diese Woche ist also meine erste Woche nach der hoffentlich vorerst letzten Planänderung, was meine Arbeitszeiten angeht...
Nachdem ich am Montag frei hatte und vor allem 2k gespielt habe und ins Gym gegangen bin, war der Rest der Woche mehr als anständig bisher. Und das schließt ja bereits alle Neuerungen ein. Am Dienstag war nämlich schon mein erster neuer Workshop-Tag. Ich habe wie sonst auch freitags im Gardening gearbeitet - ein großer Spaß. Allerdings ist, wie mir Sylwia (die Snugg-Workshop-leiterin) schon angekündigt hatte, jeder Tag im Workshop absolut anders. Was die Stimmung angeht, die Lautstärke und eigentlich auch alles Andere. Denn jeden Tag sind andere Leute in den Gruppen... oder zumindest die selben Leute in anderen Gruppen. Und so habe ich am Dienstag mit Lilias Papier gemacht... dieses Recycling-papier, das jeder irgendwann in Kindergarten oder Grundschule schonmal gemacht hat, das aber zumindest bei mir damals jedoch eher nach grob Erbrochenem aussah. Das haben Lil und ich besser hinbekommen und es macht großen Spaß, zumal Lilias ja sowieso immer gut gelaunt ist, von Thomas (dem Gardening-Leiter) ganz zu schweigen (der macht ungefähr die ganze Zeit NUR Unsinn... mit starkem französischem Akzent). Aber gut. Das war schon ganz gut. Danach kam ich dann nach Hause und Teil meiner neuen Arbeitsaufteilung ist es, dass ich (um genug Stunden zu haben) nach meiner Rückkehr ins Haus für eines der Häuser koche. Da hat die gute Amy aber nicht so gut nachgedacht, wohl wissend, dass ich in unserem Haus ungefähr der neunt-beste Koch bin (denn höchstens Derek ist schlechter als ich). Naja. Es gab Nudeln mit Hackfleisch-Tomaten-Knoblauch-Paprika-Zwiebel-Pfeffer-Salz-Petersilien-Soße. War eigentlich ziemlich phänomenal, abgesehen von der Tatsache, dass es ungefähr wie die rote Version meines Grundschul-Recycling-papiers aussah. Hat aber allen gemundet!
Mittwoch war dann mal wieder eine der Assistant-Zusammenkünfte, in denen wir über das Leben hier und den Umgang mit bestimmten Situationen unterrichtet werden. Gestern zum Thema "Sexu- und Spiritu-alität", was bei weitem weniger spannend war als der Titel vermuten lässt, aber doch sehr sinnvoll und auch ein wenig bereichernd, zumal wir viel zu lachen hatten. Ich bin nach gestern sehr gespannt auf die Advents- und Weihnachtszeit, sowie auf die Zeit um Ostern, da uns in Sachen spirituelle Gestaltung viel Spielraum gelassen wird, solange wir originell sind. Die werden schon sehen was sie davon haben. :P (Letzteres hat nichts zu bedeuten, da ich ein Gutmensch bin.)
Nach jener Zusammenkunft war ich dann wieder im Gym mit dem guten Nima. War gut. Mal sehen ob's hilft.
Und heute dann ein Tag, auf den ich mich richtig gefreut habe, ob meiner Arbeit im Wood-Workshop. Üüüüübelst geile Sache das. Ein Workshop, wo die Jungs und Mädels aus alten Holzpaletten Feuerholz, aber auch (nach Aufbesserung) Gartenmöbel, Pflanztöpfe, etc., etc. machen. Voll cool. Und da darf man eben auch mal richtig grob rangehen. Ich habe dann mit Ross, der im Rollstuhl sitzt, Paletten auseinander gehämmert und gemeißelt, was nicht nur wegen des Teils recht alten Materials schwierig ist, sondern auch, weil Ross ungefähr 60% der Zeit nicht den Meißel, sondern meine Hand mit dem Hammer trifft. Halb so schlimm, ich hab ja zwei. Nein, mal im Ernst: Wir tragen natürlich Handschuhe bei dem Spaß.
Aber nicht nur deshalb mag ich das Woodwork. Simon Meddle ist der Leiter dieses Workshops. Er ist Engländer, spielt aus praktikablen Gründen und weil er Es-Dur auf der Gitarre nicht hin bekommt Ukulele und ist ungefähr der lustigste Mensch auf dem Planeten nach Jakob Fischer. Sobald er den Raum betritt ist die Stimmung ca doppelt so gut! Da macht auch solch eine tatsächlich schweißtreibende Arbeit richtig Bock.
Nice! Und ich darf das jede Woche machen!
Sowieso liebe ich die Arbeit in den Workshops, weil ich einfach selber auch handwerklich noch so viel lernen kann und muss, dass ich jedes Mal gespannt sein kann, was wir heute wohl so machen/lernen. Außerdem lerne ich einfach mehr Leute kennen, mein Leben wird dadurch abwechslungsreicher als einfach im Haus (obwohl auch das schon richtig schön ist!).
Nach meiner Rückkehr heute durfte ich dann wieder kochen. Es gab Aufbackpizza.
Die Stimmung beim Essen war aber super. Becky's Freund Cameron war (wie jeden zweiten Donnerstag) zu Besuch, außerdem aßen mit Tommy, David und mir gleich drei Assistants mit, was ungewöhnlich, aber auch sehr unterhaltsam ist, weil Assistants im Gegensatz zu Core Members nicht zum Reden animiert werden müssen, besonders Tommy und ich nicht. Es gab also Gesprächsstoff, etwas zu Essen und zu Trinken, sowie etwas zu Lachen und Biscuits, die Cameron von seiner Mutter mitgegeben bekommen hatte.
Mehr und mehr ent- oder besteht jetzt auch eine Verbindung zu den Assistants im Haus, mit denen ich bisher weniger zu tun hatte. Tommy war oft nur in seinem Zimmer und Alex nebenan im anderen Haus, aber mehr und mehr komme ich auch mit ihnen ins Gespräch, was das ganze Leben hier noch angenehmer macht, weil es weniger unangenehme Stillen gibt, als als wir uns noch nicht so kannten. Das soll allerdings nicht heiße, dass ich jetzt alle kenne. Um Menschen zu kennen braucht's dann doch ein wenig mehr als anderthalb Monate. Ich freue mich aber auf das, was wir noch zusammen erleben, das, was uns möglicher Weise mehr zusammenschweißt. Mal sehen.
Update zum Basketball:
Ich durfte am Dienstag nicht am Spiel teilnehmen, weil mein Coach sich dagegen entschieden hat, ob der Fairness dem anderen Team gegenüber (siehe letzter Post, glaube ich). Ich bin aus Protest nicht hin gegangen. Mein Team hat daraufhin um 6 Punkte, oder - wie ich zu sagen pflege - zwei Dreier von Benedikt Lülsdorff, verloren. Mein Coach hat mir danach geschrieben, er hätte mich spielen lassen sollen. Genugtuung.
Samstag, an meinem zweiten freien Tag der Woche, werde ich ein "Freundschaftsturnier" mitspielen, in dem wir unsere Gegner der kommenden Saison kennenlernen. Habe derbe Bock drauf!!
Achja, in Zukunft habe ich ja vorraussichtlich normale Wochenenden, diese Woche ist das nochmal nicht so. Aber danach kann ich fast schon zwei Wochen im Voraus planen, ist das nicht Sahne?
Naja, soweit so gut. Das war's vorerst von mir. Morgen nochmal Gardening, dann Gym, dann mal sehen und am Samstag das Turnier dominieren... oder so.
Danke für's Lesen und bis dann, ihr Hasis.
Euer Ben/Bene/Beni/Benedikt
(Achja, wenn die Sprache schlechter ist als bisher - Ich denke neuerdings irgendwie viel auf Englisch, Verzeihung!)
Donnerstag, 17. Oktober 2013
Donnerstag, 10. Oktober 2013
Schon wieder was anders...
Hallo mal wieder...
und ich weiß es wird auch Zeit... ich nehme mir zu viel für mich selbst zur Zeit. Will euch aber keinesfalls vernachlässigen! Also gibt es einen neuen Post. Heute während meiner Arbeitszeit geschrieben, was zwei Gründe hat: 1. Es ist nichts los und ein Großteil der core members arbeitet noch bis 4 und kommt dann erst mit dem Taxi heim, 2. Ich nutze meine Freizeit seit letztem Dienstag äußerst effizient, denn ich habe sowohl einen Controller als auch FIFA 14 als auch NBA 2k14 erworben, womit sich das Leben hier absolut heimisch anfühlt und die Langeweile endgültig aus meinem Alltag vertrieben ist!
Mein Leben fühlt sich immer weniger an, als sei ich hier im Urlaub und Inverness wird immer mehr zur Heimat. Ich kenne inzwischen die wichtigsten Plätze, weiß wo die Bank ist, bei der ich kostenlos Geld abheben kann, ich habe einen Lieblingspub und ein Lieblingscafé. Letzteres habe ich in Köln nicht, aber da der Kaffee, den wir hier im Haus haben sagenhaft unterirdisch ist gönne ich mir hier neuerdings fast jeden zweiten Tag ein Käffchen im "SO COCO", das ungefähr so lange wie ich Teil der Stadt ist.
Und während alles langsam so vertraut ist, kommt es mir dennoch vor, als seien keine zwei Wochen hier vergangen. Das Heimweh, von dem ich dachte, es würde mich bald einholen, lässt zum Glück auf sich warten. Es gefällt mir, dass ich weiß, wo ich in meiner Freizeit hingehen kann. Dazu kommt, dass das Leben in der Arche uns Asisstants relativ schnell vertraut werden lässt. Denn man sieht sich ja so oft! Das kann doch auch nervig sein, sagt so mancher vielleicht, aber ich habe mein Zimmer und den ganzen Rest der Stadt als Rückzugsort. Also heult mal nicht rum!
Aber es ist nicht so, dass ich nicht an die einzig wahre Heimat denke. Gerade jetzt, wo jeder meiner ehemaligen Mitschüler in eine andere Stadt zu ziehen scheint, frage ch mich, wie es wohl nach meiner Rückkehr sein wird. Aber bis dahin sind es ja noch mehr als zehn Monate, also ruhig bleiben.
Achja. Was ich noch vermisse ist die Bundesliga. In erster Linie auch die zweite. Gerade wo es zur Zeit so gut läuft... und der HSV im Pokal leider keine Chance haben wird.
Egal, es geht weiter mit meinem Freizeitbericht:
Ich habe einen ersten Ausflug unternommen - nach Nairn. Ultra kleine Stadt an der Küste. Carol, Hayley, Nima und ich haben dort ein Picknick am Strand gemacht. Aber während das Wetter wirklich phänomenal ist, was schottische Verhältnisse betrifft (das sagt zumindest jeder ständig), wird es doch langsam gut Herbst. Ein wunderschöner Herbst nebenbei... der Inbegriff eines Herbstes: bunt, windig, frisch, einfach super. Nicht so ein doofer Matschherbst wie ich ihn nur oft genug in Deutschland erlebt habe :D
Fortschritte macht auch mein Fitnessprogramm:
Ich gehe jetzt ins Gym, habe vor das auch öfter mit Nima zu tun, einem Assistant aus Berlin, denn zu zweit macht Fitnessstudio schon ein wenig mehr Spaß. Außerdem gehe ich jetzt jeden Dienstag abends zum Basketball (leider nur einmal die Woche). Ich bin nämlich neulich dann mal zum Training gegangen, bei dem sich herausstellte, dass das Niveau hier eher mittelmäßg ist und dass Inverness echt klein ist. Stellt sich heraus, dass Simon, der mich "gescoutet" hat ein Bekannter einer Assistant ist und der Coach des Teams der Bruder einer der Bürokräfte. Das hat die ganze Geschichte von Beginn an sehr angenehm und freundschaftlich gemacht. Und ich kann euch sagen Freunde: Ich habe so derbe Bock auf diesen Sport, auch wenn meine Knie das ungefähr genau so geil finden, wie eh und je, nämlich nicht.
Aber es macht einen Heidenspaß.
Nächsten Dienstag haben wir dann auch schon ein Spiel, obgleich ich noch nicht weiß, ob ich spielen werde. Das Spiel ist nämlich ein Nachholspiel der letzten Saison und Ross, der Coach/Bürokraftbruder, meint, es sei vielleicht unfair mich spielen zu lassen. Wir werden sehen...
So, Kinder! Nun war es so, dass ich bis gestern dachte, euch nur das erzählen zu können, was ja nun ungefähr nichts ist, was die Arbeit betrifft... Aber jetzt kommts, meine Lieben. Ich habe mich inzwischen gut an meine Rolle hier im Haus gewöhnt und verstehe mich mit allen core members super! Mir wurde zwar beim letzten Team Meeting erklärt, dass ich ein "spare assistant" bin und zwar in sofern, dass eigentlich jeder Assistant einen core member hat, für den er in besonderer Weise sorgt (die Funktion nennt sich Keyworker), während in unserem Haus jedoch schon jeder "versorgt" ist. Das war mir aber ziemlich Wurst. Ist aber relevant für das Folgende:
Gestern Morgen hat mir Amy dann eröffnet, dass ich ab nächster Woche vier Tage der Woche im Workshop arbeite und nur noch einen in Saorsa. Das verändert ungefähr mein gesamtes Arbeitsleben. Ich werde nun im "gardening" arbeiten, das ich bisher einmal pro Woche besucht habe, aber auch im "woodwork" und im "candles"-Workshop. Alle befinden sich im gleichen Gebäude auf dem Grundstück von Braerannoch. Und jede dieser Gruppen macht Spaß und lässt mich die verschiedensten Menschen mit Lernbehinderungen kennenlernen - cool! Aber es ist eben so vollkommen anders als im Haus zu arbeiten. Lauter, körperlich anstrengender und nicht ganz so persönlich wie mit den fünf Jungs und Mädels in Saorsa. Dennoch werde ich jetzt schon beneidet, denn alle Assistants lieben die Arbeit im Workshop als Abwechslung zur manchmal doch ein wenig monotonen Arbeit im Haus. Nur, dass man als Assistant normaler Weise höchstens einmal pro Woche hingeht. Man hat sich für mich also eine andere Position ausgedacht. Da gibt es Vorteile und Nachteile, wie es bei allen Veränderungen ist.
Großer Vorteil: Relativ feste Arbeitszeiten. Da der Workshop täglich von neun bis 16 Uhr geöffnet ist, werde ich an vier Tagen auf jeden Fall während dieser Stunden arbeiten. Dazu kommt, dass ich abends dadurch fast nie wie bisher oft bis 10 arbeiten werde, sondern zumeist höchstens bis 6. Gut! Gerade angesichts meiner FIFA-Karriere :D und meiner sportlichen Pläne, gerade was das Basketballtraining angeht, das ja immer zu einer festen Uhrzeit stattfindet. Der Nachteil der ganzen Geschichte ist eigentlich keiner: Ich habe wahrscheinlich meistens ein normales Wochenende, weil samstags und sonntags eben kein Workshop ist. Dadurch ist es eigentlich aber eben nicht möglich mir beide freien Tage für in der Woche zu erfragen, weil ich ja an vier von fünf Werktagen arbeiten muss. Naja... Man kann sich auch über Kleinigkeiten aufregen, aber da bin ich ganz groß drin :P
Das waren also wirklich große Neuigkeiten gestern!! Ich bin sehr gespannt und freue mich auf die neue Herausforderung.
Ein paar Sachen noch zum Abschluss des verspäteten Posts:
Anfang November kommt mein bester Freund Ruben hierher: YEEEEEEEEAH!
Ich habe einige Nachrichten erhalten, die ich nicht erwartet habe: Vielen Dank dafür, ihr seid super und nehmt mir damit die FOMO (ein Begriff, den Hayley mir eröffnet hat. Steht für "Fear of missing out"). Schreibt mir gerne weiter, wenn ihr an mich denkt. :D Ich bin nur bei Zeiten sehr langsam im reagieren. Bitte nehmt mir das nicht übel.
Meine Fotowand ist inzwischen ein wenig größer, aber immernoch viel zu klein. Schickt mir gerne weiterhin Fotos!
Da war noch etwas, aber das fällt mir jetzt gerade nicht ein. Ich werde versuchen euch ab jetzt wieder schneller auf dem Laufenden zu halten. Sorry, weil die Pause jetzt so lange war, hatte ich weniger Raum für lustige Anekdoten, obwohl es hier sehr heiter zugeht. Aber ihr seht ja, dass der Post auch so schön üüübel lang ist.
Jetzt koche ich erstmal.
Ich schreib euch!
Hugs and kisses,
Ben/Bene/Beni/Benedikt ;)
Hier weitere Fotos:
Das hier sind wichtige Teile eines von Benedikt Lülsdorff bewohnten Zimmers:
und ich weiß es wird auch Zeit... ich nehme mir zu viel für mich selbst zur Zeit. Will euch aber keinesfalls vernachlässigen! Also gibt es einen neuen Post. Heute während meiner Arbeitszeit geschrieben, was zwei Gründe hat: 1. Es ist nichts los und ein Großteil der core members arbeitet noch bis 4 und kommt dann erst mit dem Taxi heim, 2. Ich nutze meine Freizeit seit letztem Dienstag äußerst effizient, denn ich habe sowohl einen Controller als auch FIFA 14 als auch NBA 2k14 erworben, womit sich das Leben hier absolut heimisch anfühlt und die Langeweile endgültig aus meinem Alltag vertrieben ist!
Mein Leben fühlt sich immer weniger an, als sei ich hier im Urlaub und Inverness wird immer mehr zur Heimat. Ich kenne inzwischen die wichtigsten Plätze, weiß wo die Bank ist, bei der ich kostenlos Geld abheben kann, ich habe einen Lieblingspub und ein Lieblingscafé. Letzteres habe ich in Köln nicht, aber da der Kaffee, den wir hier im Haus haben sagenhaft unterirdisch ist gönne ich mir hier neuerdings fast jeden zweiten Tag ein Käffchen im "SO COCO", das ungefähr so lange wie ich Teil der Stadt ist.
Und während alles langsam so vertraut ist, kommt es mir dennoch vor, als seien keine zwei Wochen hier vergangen. Das Heimweh, von dem ich dachte, es würde mich bald einholen, lässt zum Glück auf sich warten. Es gefällt mir, dass ich weiß, wo ich in meiner Freizeit hingehen kann. Dazu kommt, dass das Leben in der Arche uns Asisstants relativ schnell vertraut werden lässt. Denn man sieht sich ja so oft! Das kann doch auch nervig sein, sagt so mancher vielleicht, aber ich habe mein Zimmer und den ganzen Rest der Stadt als Rückzugsort. Also heult mal nicht rum!
Aber es ist nicht so, dass ich nicht an die einzig wahre Heimat denke. Gerade jetzt, wo jeder meiner ehemaligen Mitschüler in eine andere Stadt zu ziehen scheint, frage ch mich, wie es wohl nach meiner Rückkehr sein wird. Aber bis dahin sind es ja noch mehr als zehn Monate, also ruhig bleiben.
Achja. Was ich noch vermisse ist die Bundesliga. In erster Linie auch die zweite. Gerade wo es zur Zeit so gut läuft... und der HSV im Pokal leider keine Chance haben wird.
Egal, es geht weiter mit meinem Freizeitbericht:
Ich habe einen ersten Ausflug unternommen - nach Nairn. Ultra kleine Stadt an der Küste. Carol, Hayley, Nima und ich haben dort ein Picknick am Strand gemacht. Aber während das Wetter wirklich phänomenal ist, was schottische Verhältnisse betrifft (das sagt zumindest jeder ständig), wird es doch langsam gut Herbst. Ein wunderschöner Herbst nebenbei... der Inbegriff eines Herbstes: bunt, windig, frisch, einfach super. Nicht so ein doofer Matschherbst wie ich ihn nur oft genug in Deutschland erlebt habe :D
Fortschritte macht auch mein Fitnessprogramm:
Ich gehe jetzt ins Gym, habe vor das auch öfter mit Nima zu tun, einem Assistant aus Berlin, denn zu zweit macht Fitnessstudio schon ein wenig mehr Spaß. Außerdem gehe ich jetzt jeden Dienstag abends zum Basketball (leider nur einmal die Woche). Ich bin nämlich neulich dann mal zum Training gegangen, bei dem sich herausstellte, dass das Niveau hier eher mittelmäßg ist und dass Inverness echt klein ist. Stellt sich heraus, dass Simon, der mich "gescoutet" hat ein Bekannter einer Assistant ist und der Coach des Teams der Bruder einer der Bürokräfte. Das hat die ganze Geschichte von Beginn an sehr angenehm und freundschaftlich gemacht. Und ich kann euch sagen Freunde: Ich habe so derbe Bock auf diesen Sport, auch wenn meine Knie das ungefähr genau so geil finden, wie eh und je, nämlich nicht.
Aber es macht einen Heidenspaß.
Nächsten Dienstag haben wir dann auch schon ein Spiel, obgleich ich noch nicht weiß, ob ich spielen werde. Das Spiel ist nämlich ein Nachholspiel der letzten Saison und Ross, der Coach/Bürokraftbruder, meint, es sei vielleicht unfair mich spielen zu lassen. Wir werden sehen...
So, Kinder! Nun war es so, dass ich bis gestern dachte, euch nur das erzählen zu können, was ja nun ungefähr nichts ist, was die Arbeit betrifft... Aber jetzt kommts, meine Lieben. Ich habe mich inzwischen gut an meine Rolle hier im Haus gewöhnt und verstehe mich mit allen core members super! Mir wurde zwar beim letzten Team Meeting erklärt, dass ich ein "spare assistant" bin und zwar in sofern, dass eigentlich jeder Assistant einen core member hat, für den er in besonderer Weise sorgt (die Funktion nennt sich Keyworker), während in unserem Haus jedoch schon jeder "versorgt" ist. Das war mir aber ziemlich Wurst. Ist aber relevant für das Folgende:
Gestern Morgen hat mir Amy dann eröffnet, dass ich ab nächster Woche vier Tage der Woche im Workshop arbeite und nur noch einen in Saorsa. Das verändert ungefähr mein gesamtes Arbeitsleben. Ich werde nun im "gardening" arbeiten, das ich bisher einmal pro Woche besucht habe, aber auch im "woodwork" und im "candles"-Workshop. Alle befinden sich im gleichen Gebäude auf dem Grundstück von Braerannoch. Und jede dieser Gruppen macht Spaß und lässt mich die verschiedensten Menschen mit Lernbehinderungen kennenlernen - cool! Aber es ist eben so vollkommen anders als im Haus zu arbeiten. Lauter, körperlich anstrengender und nicht ganz so persönlich wie mit den fünf Jungs und Mädels in Saorsa. Dennoch werde ich jetzt schon beneidet, denn alle Assistants lieben die Arbeit im Workshop als Abwechslung zur manchmal doch ein wenig monotonen Arbeit im Haus. Nur, dass man als Assistant normaler Weise höchstens einmal pro Woche hingeht. Man hat sich für mich also eine andere Position ausgedacht. Da gibt es Vorteile und Nachteile, wie es bei allen Veränderungen ist.
Großer Vorteil: Relativ feste Arbeitszeiten. Da der Workshop täglich von neun bis 16 Uhr geöffnet ist, werde ich an vier Tagen auf jeden Fall während dieser Stunden arbeiten. Dazu kommt, dass ich abends dadurch fast nie wie bisher oft bis 10 arbeiten werde, sondern zumeist höchstens bis 6. Gut! Gerade angesichts meiner FIFA-Karriere :D und meiner sportlichen Pläne, gerade was das Basketballtraining angeht, das ja immer zu einer festen Uhrzeit stattfindet. Der Nachteil der ganzen Geschichte ist eigentlich keiner: Ich habe wahrscheinlich meistens ein normales Wochenende, weil samstags und sonntags eben kein Workshop ist. Dadurch ist es eigentlich aber eben nicht möglich mir beide freien Tage für in der Woche zu erfragen, weil ich ja an vier von fünf Werktagen arbeiten muss. Naja... Man kann sich auch über Kleinigkeiten aufregen, aber da bin ich ganz groß drin :P
Das waren also wirklich große Neuigkeiten gestern!! Ich bin sehr gespannt und freue mich auf die neue Herausforderung.
Ein paar Sachen noch zum Abschluss des verspäteten Posts:
Anfang November kommt mein bester Freund Ruben hierher: YEEEEEEEEAH!
Ich habe einige Nachrichten erhalten, die ich nicht erwartet habe: Vielen Dank dafür, ihr seid super und nehmt mir damit die FOMO (ein Begriff, den Hayley mir eröffnet hat. Steht für "Fear of missing out"). Schreibt mir gerne weiter, wenn ihr an mich denkt. :D Ich bin nur bei Zeiten sehr langsam im reagieren. Bitte nehmt mir das nicht übel.
Meine Fotowand ist inzwischen ein wenig größer, aber immernoch viel zu klein. Schickt mir gerne weiterhin Fotos!
Da war noch etwas, aber das fällt mir jetzt gerade nicht ein. Ich werde versuchen euch ab jetzt wieder schneller auf dem Laufenden zu halten. Sorry, weil die Pause jetzt so lange war, hatte ich weniger Raum für lustige Anekdoten, obwohl es hier sehr heiter zugeht. Aber ihr seht ja, dass der Post auch so schön üüübel lang ist.
Jetzt koche ich erstmal.
Ich schreib euch!
Hugs and kisses,
Ben/Bene/Beni/Benedikt ;)
Hier weitere Fotos:
Das hier sind wichtige Teile eines von Benedikt Lülsdorff bewohnten Zimmers:
Und hier Impressionen vom Ausflug nach Nairn. Die Herrschaften sind wie schon erwähnt Nima, Hayley und Carol (v.l.n.r.)
Samstag, 28. September 2013
Endlich auch mal Fotos
Achja. Jetzt gibts auch mal ein paar Fotos. Alle mit meinem Handy geschossen wie angekündigt. Nummer 1:(Einigen schon bekannt vom Facebook): Meine selbstgemachte Frise
Nummer 2 ist der Weg der sowohl zum Gym als auch zu meinem alten Haus als auch in die Stadt führt. Rechts und links befindet sich (typisch schottisch) hinter den Büschen ein Golfplatz. So wie da ist übrigens auch meistens das Wetter... bisher
Hier dann noch ein Nachtrag zum Wetter. Das Foto habe ich zuletzt geschossen, als mein Kumpel Ruben wissen wollte, ob das Wetter gerade "schottisch" sei...
Das hier ist nun meine Zimmerwand, an der ich gerne möglichst viele Bilder von der Heimat/Freunden/etc aufhängen möchte. Wenn ihr mir was zukommen lassen möchtet, schreibt mir bitte gerne!
Und als letztes der Beginn eines Projektes von mir. Da ich zumindest von den core members keine Fotos hochladen darf, zeichne ich jetzt einfach nach und nach alle Leute hier, wodurch die Darstellung ja verzerrt ist. Begonnen habe ich allerdings mit einem Assistant: Das ist David, Schotte, 32, lebt mit mir in Saorsa.

Jetzt geht's erst richtig los!
Hallo!
Freier Tag! Sonnen-Tag! Beste Laune! Viel zu berichten:
Es hat sich was getan. Und gar nicht so wenig. So langsam fühle ich mich richtig angekommen. Ich bin einerseits hier in Saorsa nun voll integriert, andererseits nimmt mein Leben außerhalb der Arbeit mehr und mehr Gestalt an:
In der letzten Woche habe ich es nach einem knappen Monat endlich geschafft Geld abzuheben. Puuh! Das wurde auch Zeit! Dass ich eigentlich bisher ohne sehr gut klar gekommen bin habe ich zwei Dingen zu verdanken: 1. Meine Arbeit und die damit verbundene Wohngemeinschaft stellt schon fast alles zu Verfügung, was ich so brauche und 2. Mein lieber Bruder hatte mir vor meiner Abreise noch das ein oder andere Pfund mitgegeben, das er noch herumliegen hatte. Ersteres macht aber auch sehr abhängig und schränkt massiv ein, was Freizeitgestaltung angeht, da diese dadurch auf ein Minimum reduziert wird. Deshalb also das "Puuh!".
Was hat das für Folgen? Ich habe innerhalb der letzten Woche mal wieder Sprudel getrunken, auf den hier quasi durchweg verzichtet wird. Außerdem habe ich mir eine Mütze gekauft, die sehr warm hält und die ich mag und was das wichtigste ist: Ich habe jetzt endlich diese Gym-Mitgliedschaft, die ich die ganze Zeit haben wollte, weil man ja hier nicht Basketball spielt. Ich komme gerade vom zweiten Training und fühle mich gut. Ohne Sport fehlt einfach was und da ich weder ein Fahrrad habe, noch dieses Bergauf- Bergabgelaufe wirklich mag ist das schon ganz geil jetzt.
Achja, zum Thema keiner spielt Basketball: Ich habe dann, nachdem ich EINEN Basketballplatz gefunden hatte, auf dem man jedoch nur spielen darf, wenn man Schüler, Lehrer, Hausmeister oder Was-auch-immer der hiesigen High School ist, die ohnehin schon 25 Minuten zu Fuß entfernt ist, endlich noch einen gefunden. Er war eigentlich direkt vor meiner Nase. Zwei Minuten zu Fuß. Mein Kollege Tommy hat mich darauf hingewiesen, als ich mich beklagte, hier gebe es ja nichts. Naja. Da war ich dann also auch. Mit Carol aus meinem Ex-Haus. Stellt sich heraus, dass dort tatsächlich schon jemand spielt - also einer! Und ich dachte, "Das ist dann wohl DER andere, der in Schottland Basketball spielt, zumal er offensichtlich mit dem Auto zu dem doch recht mikrigen Ein-Korb-Streetball-Asphalt-Quadrat gekommen war. Doch während Carol und ich so ein paar Würfe verwarfen und er etliche traf, kamen wir ins Gespräch:
Er ist Pole, wohnt aber nun schon länger hier in Schottland, was für euch alle total egal ist (was ich selbstverständlich erst während des Schreibens gemerkt habe, was euch wahrscheinlich auch wieder vollkommen Schnuppe ist). Blablabla er spielt in einem Basketballteam, das ebenfalls direkt bei mir um die Ecke trainiert und ich soll doch mal vorbei schauen, wenn ich Zeit und Lust habe. Mach ich!
Aber da kommen wir zu einem Thema, dass ein wenig unglücklich ist für jeden, der hier als Assistant arbeitet: Arbeitszeiten. Und da geht es nicht darum, dass man 48 Stunden pro Woche hat, sondern darum, dass diese immer anders verteilt sind. Jede Woche neu. Und deshalb kann ich eben zum Beispiel nicht sagen, dass ich ab jetzt jeden Dienstag um 20 Uhr zum Basketball gehe, weil es eben gut sein kann, dass ich da noch n Stündchen oder zwei arbeiten muss.
Aber dann kommen wir wieder zu meinem großen Glück: Der Job hier macht einfach ungemein Spaß, ist absolut erfüllend und ereignisreich. Deshalb macht mir der gesamte vergangene Abschnitt verhältnismäßig wenig aus.
Meine ehemalige Lk-Lehrerin hat mich nach dem Lesen dieses Blogs gefragt, ob die denn hier wirklich so "verrückt" seien, oder ob das nur wegen des komischen Effektes so dargestellt sei. Die Antwort ist: Die sind so. Jeder einzelne core member ist so anders als jeder Mensch, den ich bis jetzt getroffen habe, so viel skurriler und dabei so liebenswert. Das ist einfach klasse.
Ja gut, dann nennt dich der Derek halt mal ein "Arschloch", weil er keinen Bock auf seine Übungen hat, dann ist das so. Am nächsten Tag nennt er dich doch wieder "Darling" und sagt "I love you!", bevor er ins Bett geht, besteht dabei allerdings darauf, er sei keinesfalls schwul!!! :D Wie soll man so einem Kerl denn böse sein, der eigentlich am liebsten den ganzen Tag nur Spaß hätte?! Richtig, es geht nicht!
Oder Fiona von Grianan macht den Assistants gerne mal Ärger, nur um Ärger gemacht zu haben. Aber wenn die lächelt, dann macht mich das irgendwie glücklich. Gut, bisher habe ich auch wenig Ärger mit ihr gehabt, da ich bisher noch nicht so viel für sie verantwortlich war. Aber dennoch...
Ach, noch ne nette Anekdote, dann überlasse ich euch wieder eurem kümmerlichen Dasein:
Ich war mit Lillias in der Stadt, weil wir für heute (Beckys Geburtstag) einkaufen gehen sollten. Als wir diesen Einkauf bei Tesco (der größten britischen Supermarktkette) hinter uns gebracht hatten, was ob meiner fehlenden Kenntnis und Lillias' Übereifers länger als erwartet gedauert hatte, zumal Lillias mich auch gerne jedem vorstellte, der gerade so uns vorbei lief, begaben wir uns in den Stadtkern um ein koffeinhaltiges Heißgetränk in einer Filiale einer bekannten amerikanischen Café-Kette, die übersetzt nicht "Sternenkäfer" heißt, zu schlürfen. Bei eben diesem Getränk zückt die gute Lillias auf einmal eine Tesco-Geschenkkarte im Wert von 20 Pfund mit den Worten "Guck mal! Hab ich mitgenommen!". Da hätte ich ihr aber beinahe meinen venti Cappuchino über den Rock geschüttet, so überrascht war ich. Als ich ihr sagte, dass sie ja nun nicht einfach so Dinge vom guten Herrn Tesco klauen könne, war sie mindestens genauso erstaunt: Sie war fest davon ausgegangen, dass das Wort "Gift-Card" heißt, dass es sich eben um ein Geschenk handelt.
Nun... dass das nicht der Fall ist, habe ich dann erklärt, wir haben die Karte zurück gebracht und sie hat sich den Rest des Tages entschuldigt. Aber das ist eine der Geschichten, die mir bis jetzt noch nie passiert sind, die mich aber immer wieder zum schmunzeln bringen. Auch im nachhinein.
Und irgendwie kann ich die nächste kaum erwarten...
Liebe Grüße,
euer Ben/Bene/Beni/Benedikt
Freier Tag! Sonnen-Tag! Beste Laune! Viel zu berichten:
Es hat sich was getan. Und gar nicht so wenig. So langsam fühle ich mich richtig angekommen. Ich bin einerseits hier in Saorsa nun voll integriert, andererseits nimmt mein Leben außerhalb der Arbeit mehr und mehr Gestalt an:
In der letzten Woche habe ich es nach einem knappen Monat endlich geschafft Geld abzuheben. Puuh! Das wurde auch Zeit! Dass ich eigentlich bisher ohne sehr gut klar gekommen bin habe ich zwei Dingen zu verdanken: 1. Meine Arbeit und die damit verbundene Wohngemeinschaft stellt schon fast alles zu Verfügung, was ich so brauche und 2. Mein lieber Bruder hatte mir vor meiner Abreise noch das ein oder andere Pfund mitgegeben, das er noch herumliegen hatte. Ersteres macht aber auch sehr abhängig und schränkt massiv ein, was Freizeitgestaltung angeht, da diese dadurch auf ein Minimum reduziert wird. Deshalb also das "Puuh!".
Was hat das für Folgen? Ich habe innerhalb der letzten Woche mal wieder Sprudel getrunken, auf den hier quasi durchweg verzichtet wird. Außerdem habe ich mir eine Mütze gekauft, die sehr warm hält und die ich mag und was das wichtigste ist: Ich habe jetzt endlich diese Gym-Mitgliedschaft, die ich die ganze Zeit haben wollte, weil man ja hier nicht Basketball spielt. Ich komme gerade vom zweiten Training und fühle mich gut. Ohne Sport fehlt einfach was und da ich weder ein Fahrrad habe, noch dieses Bergauf- Bergabgelaufe wirklich mag ist das schon ganz geil jetzt.
Achja, zum Thema keiner spielt Basketball: Ich habe dann, nachdem ich EINEN Basketballplatz gefunden hatte, auf dem man jedoch nur spielen darf, wenn man Schüler, Lehrer, Hausmeister oder Was-auch-immer der hiesigen High School ist, die ohnehin schon 25 Minuten zu Fuß entfernt ist, endlich noch einen gefunden. Er war eigentlich direkt vor meiner Nase. Zwei Minuten zu Fuß. Mein Kollege Tommy hat mich darauf hingewiesen, als ich mich beklagte, hier gebe es ja nichts. Naja. Da war ich dann also auch. Mit Carol aus meinem Ex-Haus. Stellt sich heraus, dass dort tatsächlich schon jemand spielt - also einer! Und ich dachte, "Das ist dann wohl DER andere, der in Schottland Basketball spielt, zumal er offensichtlich mit dem Auto zu dem doch recht mikrigen Ein-Korb-Streetball-Asphalt-Quadrat gekommen war. Doch während Carol und ich so ein paar Würfe verwarfen und er etliche traf, kamen wir ins Gespräch:
Er ist Pole, wohnt aber nun schon länger hier in Schottland, was für euch alle total egal ist (was ich selbstverständlich erst während des Schreibens gemerkt habe, was euch wahrscheinlich auch wieder vollkommen Schnuppe ist). Blablabla er spielt in einem Basketballteam, das ebenfalls direkt bei mir um die Ecke trainiert und ich soll doch mal vorbei schauen, wenn ich Zeit und Lust habe. Mach ich!
Aber da kommen wir zu einem Thema, dass ein wenig unglücklich ist für jeden, der hier als Assistant arbeitet: Arbeitszeiten. Und da geht es nicht darum, dass man 48 Stunden pro Woche hat, sondern darum, dass diese immer anders verteilt sind. Jede Woche neu. Und deshalb kann ich eben zum Beispiel nicht sagen, dass ich ab jetzt jeden Dienstag um 20 Uhr zum Basketball gehe, weil es eben gut sein kann, dass ich da noch n Stündchen oder zwei arbeiten muss.
Aber dann kommen wir wieder zu meinem großen Glück: Der Job hier macht einfach ungemein Spaß, ist absolut erfüllend und ereignisreich. Deshalb macht mir der gesamte vergangene Abschnitt verhältnismäßig wenig aus.
Meine ehemalige Lk-Lehrerin hat mich nach dem Lesen dieses Blogs gefragt, ob die denn hier wirklich so "verrückt" seien, oder ob das nur wegen des komischen Effektes so dargestellt sei. Die Antwort ist: Die sind so. Jeder einzelne core member ist so anders als jeder Mensch, den ich bis jetzt getroffen habe, so viel skurriler und dabei so liebenswert. Das ist einfach klasse.
Ja gut, dann nennt dich der Derek halt mal ein "Arschloch", weil er keinen Bock auf seine Übungen hat, dann ist das so. Am nächsten Tag nennt er dich doch wieder "Darling" und sagt "I love you!", bevor er ins Bett geht, besteht dabei allerdings darauf, er sei keinesfalls schwul!!! :D Wie soll man so einem Kerl denn böse sein, der eigentlich am liebsten den ganzen Tag nur Spaß hätte?! Richtig, es geht nicht!
Oder Fiona von Grianan macht den Assistants gerne mal Ärger, nur um Ärger gemacht zu haben. Aber wenn die lächelt, dann macht mich das irgendwie glücklich. Gut, bisher habe ich auch wenig Ärger mit ihr gehabt, da ich bisher noch nicht so viel für sie verantwortlich war. Aber dennoch...
Ach, noch ne nette Anekdote, dann überlasse ich euch wieder eurem kümmerlichen Dasein:
Ich war mit Lillias in der Stadt, weil wir für heute (Beckys Geburtstag) einkaufen gehen sollten. Als wir diesen Einkauf bei Tesco (der größten britischen Supermarktkette) hinter uns gebracht hatten, was ob meiner fehlenden Kenntnis und Lillias' Übereifers länger als erwartet gedauert hatte, zumal Lillias mich auch gerne jedem vorstellte, der gerade so uns vorbei lief, begaben wir uns in den Stadtkern um ein koffeinhaltiges Heißgetränk in einer Filiale einer bekannten amerikanischen Café-Kette, die übersetzt nicht "Sternenkäfer" heißt, zu schlürfen. Bei eben diesem Getränk zückt die gute Lillias auf einmal eine Tesco-Geschenkkarte im Wert von 20 Pfund mit den Worten "Guck mal! Hab ich mitgenommen!". Da hätte ich ihr aber beinahe meinen venti Cappuchino über den Rock geschüttet, so überrascht war ich. Als ich ihr sagte, dass sie ja nun nicht einfach so Dinge vom guten Herrn Tesco klauen könne, war sie mindestens genauso erstaunt: Sie war fest davon ausgegangen, dass das Wort "Gift-Card" heißt, dass es sich eben um ein Geschenk handelt.
Nun... dass das nicht der Fall ist, habe ich dann erklärt, wir haben die Karte zurück gebracht und sie hat sich den Rest des Tages entschuldigt. Aber das ist eine der Geschichten, die mir bis jetzt noch nie passiert sind, die mich aber immer wieder zum schmunzeln bringen. Auch im nachhinein.
Und irgendwie kann ich die nächste kaum erwarten...
Liebe Grüße,
euer Ben/Bene/Beni/Benedikt
Samstag, 21. September 2013
Ein umgezogener Ben, gel?
So. Hallo. Ich hab grad zwei Stunden frei und da schreib ich doch einfach mal.
Wird ja auch langsam Zeit.
Seit fast einer Woche wohne ich jetzt schon in Saorsa.
Es ist anders. Nicht besser, nicht schlechter. Anders. Und somit auf andere Art und Weise absolut reizvoll.
Am Tag des Umzuges, letzten Sonntag, sorgte mangelnde Absprache innerhalb des Teams dafür, dass ich - wie von meinem (ehemaligen) Houseleader Brian angewiesen - um 13 Uhr bereit im Wohnzimmer saß. Das tat ich auch noch um 14 Uhr. Und um 15 Uhr. Die Zeit dazwischen zappte ich zwischen einem alten Tom Hanks - Film und einem, in dem Lindsay Lohan die Hauptrolle spielte (damals, als irgendwer ihr noch Rollen gegeben hat), hin und her. Um 15: 10 Uhr dann ein Anruf. Malcolm, der Assistant von Saorsa, der mit mir tauschen sollte war am anderen Ende der Leitung und erzählte mir, man warte seit zwei Stunden gespannt auf meine Ankunft. "Lustig", dachte ich so bei mir. Als ich ihm sagte, ich sehe keine Möglichkeit mi dem ganzen Gepäck und ohne Auto hinüber zu kommen, mussten wir improvisieren und er kam mit all seinem Kram (und zwar einer großen Menge Krams) zu seiner neuen Heimat - in seinem Smart. Dann luden wir seine Sachen in sein neues Heim und meine in das Auto mit dem Volumen einer mittelgroßen Konservendose und fuhren nach Saorsa. Unser beider Laune war allein schon ob des Umstandes eher zweitgut. Deshalb verstanden wir uns sofort und tauschten uns auf der relativ kurzen Fahrt ein wenig aus. Nett war das. Und die Stimmung wurde dadurch auch besser.
Nette Anekdote.
Um ca. 16:30 Uhr war ich dann also da. In meinem neuen Heim für - nun hoffentlich - 11 1/2 Monate.
Hier ist es also wirklich nicht größer als auf dem Foto und auf dem Foto ist es ziemlich klein, obwohl es eigentlich drei aneinander liegende Reihenhäuser sind. Eines davon durch eine Mauer ganz von den anderen beiden getrennt. Deshalb hat letzteres auch einen anderen Namen: Grianan. Wir sind also hier nicht nur Saorsa, sondern Saorsa und Grianan. Auch ok. Das Meiste machen die Häuser ja doch zusammen.
Hier in Saorsa wohnen:
Core members:
Gina: Super liebe und super kleine ältere Frau, die sehr schwierig zu verstehen ist und ein wenig tapsig geht. Sie ist meistens gut gelaunt und mit Martin aus Braerannoch zusammen. Süß die beiden. Gina besitzt zudem einen Hund - aus Plüsch. Er heißt Booboo und Gina hat meist arge Befürchtungen, dass er etwas anstellt, während sie außer Haus ist... Bisher war er immer brav. Aber zur Sicherheit trägt er immer eine Leine.
Becky: Rebecca ist fast 29 Jahre alt und auf den ersten Blick einfach nur etwas klein geraten. Sie macht alles normal, hat Facebook, ein Tablet und ein Notebook. Aber sie hat oft komische Stimmungen, manchmal giggly (also so ein wenig albern) und oft einfach lustlos, eingeschnappt und gegen alles. Ich glaube Mittwoch habe ich sie deshalb nicht gesehen. Becky ist außerdem sehr empfindlich was Lautstärke angeht. Gina und sie wohnen über dem Wohnzimmer und während Gina bei den wirklich moderaten Lauten der Assistants und des Fernsehers selig, wenn auch aufgrund der dünnen Wände deutlich hörbar zu schlafen vermag, kommt Becky in regelmäßigen Abständen herunter, sagt irgendwas, was mit ihrem eigentlichen Anliegen nichts zu tun hat (z.B.: "Was guckt ihr da?" oder "Gute Nacht!") und deutet dann beim verlassen des Raumes an, dass es schon seehr laut sei, worauf dann oft zwar sehr deutlich, aber nicht dringend nachhaltig reagiert wird. Auch Rebecca hat einen Freund - seit 5 Jahren. Cameron kennt sie aus dem Workshop. Er wohnt bei seiner Mutter und ist sehr, sehr gut erzogen. Er hat bereits GTA 5. Eigentlich wollte er damit warten bis er sich die PS4 kauft, "aber dann war ich doch zu heiß drauf!", gestand er mir, als wir einander gestern kennenlernten, als wolle er sich rechtfertigen :)
Derek: Er ist ein 65-jähriger, sehr fähiger, musikallischer Mann mit dem Humor und der Sturheit eines jungen Buben. Er ist ein wenig skurril. :) In Anlehnung an eine Kindersendung nennt er mich oft "Bill and Ben - The flowerpot men", was mir nichts sagt. Außerdem sind aber auch "Uncle Ben", "Shorty" und "German Boy" hoch im Kurs. Die meisten anderen Leute hier sind seine "grandchildren". Er kümmert sich wirklich sehr lieb um die beiden Mädels an seiner Seite und ist ein Charmeur gegenüber allen Frauen - zumeist. Uns Jungs gegenüber ist er auch mal etwas rauer. Mit ihm arbeite ich am meisten, da ich ja ein Mann bin und er bei einigen Sachen ein wenig Hilfe benötigt. Aber eben nur ein wenig. Achja und Derek kennt JEDEN in Inverness. Wenn man mit ihm irgendwo hin geht grüßen ihn fast alle und allen, die es nicht tun, stellt sich Derek eben vor, auf dass er das nächste Mal erkannt wird.
Das ist es, was diese Häuser für mich auch sehr angenehm macht: Die core members sind einfach alle sehr fähig. Das erleichtert vieles. Malcolm, der ja mit mir getauscht hat, sagte gestern, Brae sei so anders, wie es nur irgend möglich ist und er mag recht haben. Aber egal... denn hier in Saorsa leben auch
Assistants:
David: Ich glaube er ist 32, hat hier in Inverness schon Theologie und soziale Arbeit (?) studiert. David ist echt ein richtig netter, wenn auch zuerst etwas stiller Kerl mit einem gesunden Humor. Er ist der, der hier alles unter Kontrolle hat, wenn unsere Houseleaderin Amy nicht da ist, Medikation verteilt etc... Ursprünglich kommt er von der Isle of Skye, die zwar auch zu Schottland gehört, aber dann doch ein wenig anders ist. David wohnt oben in einem Zimmer auf Becky und Ginas Flur.
Tommy: Ist gerade 40 geworden. Sieht aus wie Ende 20. Ist ein lustiger Gesell. Kennt sich hier auch gut aus. Ist im neunten Jahr hier, glaube ich. Werde ihn bestimmt besser kennen lernen, wenn er mal nicht frei hat, wie die ganze letzte Woche. Ursprünglich kommt er von den Philippinen.
Sabine: Sie ist 18 Jahre alt und kommt aus Heilbronn. Hat auch gerade Abi gemacht und ist somit ungefähr aus dem gleichen Grund hier wie ich. Wirklich nett. Hier im Haus schnell zu meiner Ansprechpartnerin avanciert, was irgendwas angeht, was mit irgendwelchen Unternehmungen zu tun hat, da sie schon seit zwei Monaten hier ist und zudem am meisten im Haus war...
Tommy und Sabine wohnen bei mir auf dem Flur, der sich über der Waschküche und Dereks Zimmer befindet, auch wenn euch das natürlich nichts sagt.
Nebenan ist dann eben Grianan:
Hier wohnen
Core members:
Fiona: Sie hat das Down-Syndrom und morgen Geburtstag, Ist manchmal richtig gut gelaunt, oft aber sehr verwirrt, was sie eindeutig belastet. Ihretwegen stehen die Waschmittel auf einem Regal, weil sie oft nicht zuzuordnen weiß, was mit welcher Flasche anzustellen ist. Sie ist aber sehr, sehr nett und hat auch einen Freund, den sie aus dem Workshop kennt: Graham. Er ist im Garden-Workshop, in dem auch ich neuerdings freitags arbeite.
Lillias: Sie ist 62 und eine sehr liebe etwas unsortierte ältere Dame, die - wie alle core members in Saorsa und Grianan (Becky ausgenommen) - jünger wirkt als, sie ist. Es macht Spaß, Dinge mit ihr zu unternehmen, da sie sehr begeisterungsfähig und dankbar ist, für alles, was man ihr an Zuneigung entgegenbringt. Das schätze ich sehr. Ihr Freund Sidney kommt von außerhalb. Ich habe ihn heute kennengelernt.
Mit ihnen zusammen wohnt
Assistant:
Alex: Die Nordirin ist noch recht jung, aber sehr professionell bei der Arbeit. Sie kümmert sich vornehmlich um die Damen in Grianan, ist aber wie alle Assistants in beiden Häusern tätig. Abseits des Arbeitsalltags ist sie humorvoll und offen und würde gerne mit Nordirland zur Republik gehören.
Houseleaderin ist wie schon erwähnt Amy, die hier auch schon gewohnt hat, sich sehr darum bemüht mich hier einzuarbeiten, mich für jede geputzte Toilette lobt und dadurch sehr motivierend auf mich und das Team wirkt. Dass sie nicht älter als David ist sorgt dafür, dass wir uns mehr als junges Team verstehen, als dass wir unter ihr stünden. Das ist sehr angenehm und Fundament unseres guten Arbeitsklimas. :)
Naja... Das waren jetzt natürlich wieder sehr viele Infos, ich hoffe es hat euch trotzdem gefallen. Fotos gibts wieder nicht. Problem ist dabei auch, dass ich nicht einfach Fotos der core members hochladen darf. Werde aber versuchen, da was zu machen. Anekdoten über das Leben hier folgen bald, habe jetzt das erste richtige Wochenende hier in Schottland (morgen und Montag).
Ich möchte euch auch mal für die sehr positive Resonanz danken, die ihr mir entgegen bringt. Dadurch macht es Spaß den Blog zu schreiben, weil ich mich auf jeden Kommentar, auf jedes "gefällt mir" und auf jede Kritik freue und merke, dass sich meine Freunde für mich interessieren. Das ist mir sehr wichtig! Danke.
Bis bald,
euer Ben/Beni/Bene/Benedikt
Freitag, 13. September 2013
Warten...
Moin!
Da bin ich wieder... oder immernoch. Heute ist mein freier Tag und ich habe mich um 17:45 aus der trügerischen Sicherheit meines nicht abschließbaren Zimmers, sowie eigentlich auch meines Bettes begeben. Juuuunge. Hab ich gut geschlafen.
Egal. Im Moment ist ein wenig Ruhe bei mir. Ich bin zwar noch in Brae (zur Erinnerung: Das ist ein Haus), warte aber eigentlich nur auf den kommenden Sonntag, an dem ich umziehen werde. Weil das der Status quo ist und der sich auch nach intensivem Gespräch mit der Geschäftsleitung nicht hat ändern lassen, arbeite ich mich im Moment wirklich mehr durch die Tage. Abends ist es dann immer nett mit den anderen Assistants und doch hab ich immer im Hinterkopf, dass ich bald ja sowieso nicht mehr hier bin...
Das war zwar nach einem Tag des Nachdenkens eigentlich schon ok für mich, aber das glaubt mir keiner, weil ich am ersten Tag so geschockt war. Das heißt im Prinzip, dass alle so furchtbar viel Mitleid haben, dass gar nicht auffällt, dass das alles ja nun wirklich nicht dramatisch ist!
Ich möchte nur mal kurz auflisten, weshalb:
1. Saorsa (gespr: "Sorscha", meine neue Heimat) ist zu Fuß 1,9 Meilen von hier entfernt... das ist "geht so"-weit.
2. Saorsa ist zwar ein Reihenhaus, liegt aber in einer netten Gegend nahe der Natur. Das ist gut für Fahrrad fahren Joggen oder Ähnliches.
3. Die Leute in Saorsa sind eeeecht nett. Ich habe eigentlich alle schon getroffen, außer dem Buben, der für mich hierher zieht und der kann mir ja erstmal egal sein. Die anderen sind super drauf (so schien es in der Assistant's night, die wir zuletzt hatten und die bei weitem nicht so ereignisreich ist wie der Begriff "assistant's night" erahnen lässt). Ich stelle sie euch vor, wenn ich sie besser kenne.
3.1. Es ist nur eine Deutsche in Saorsa, was gut ist, denn, so nett Deutsche auch sind, sie sprechen erfahrungsgemäß schlechter Englisch als native speakers, von denen es in Saorsa schonmal mindestens 2 gibt (und damit einen mehr als in Brae). Das ist aber ein wenig nebensächlich, bezieht sich ja nur auf einen möglichen sprachlichen Fortschritt meinerseits.
4. Der Stadtkern Invernesses :P ist zwar weiter von Saorsa als von Brae entfernt, da aber die Bezeichnung City für die Stadt Inverness eigentlich ein Witz ist, da es mir doch ein wenig kleiner noch als Dormagen scheint und dafür ärgerlich wenige Schützenfeste zu bieten hat, bin ich mit dem Fahrrad trotzdem in einer Viertelstunde da. Die Verifizierung dieser These steht allerdings zur Zeit mangels eines entsprechenden Vehikels noch aus.
5. Die Entfernung zum Fitness-Gym beträgt von beiden Häusern eine Meile. Voll ok!!
6. Achja. Und das mit dem schlecht isolierenden Fenster stimmt. Es ist echt frisch in meinem Zimmer, Mami! Bin schon drauf und dran mir ne Hose anzuziehen ;)
Deshalb bin ich also nunmehr gespannt auf die Veränderung, bin aber jetzt schon dankbar für die letzten zwei Wochen, die mir viel länger vorkamen und in der mir die Leute in Brae wirklich ans Herz gewachsen sind!
Achja: Man will mir den Abschied auch noch versüßen. Neben der Tatsache, dass ich einen kleinen Schuh von Carol zum "Abschied" bekommen habe, gibt es heute Abend Käsefondue und Wein... UUUUUND ich krieg noch ne Schüssel Muffins von Anna!!!! ÜÜÜÜBERGEIL! Ich glaub ich zieh jetzt jede Woche um!
So. Schnitt. Thema Umzug für heute abgeschlossen.
Erzählenswert ist aber noch, dass wir hier am Mittwoch eine Einführung in Makaton (Gebärdensprache) bekommen haben. Fand ich super interessant und hat riesig Spaß gemacht. Und das obwohl es um neun Uhr war... :P
Und noch etwas. Ich komme gar nicht aus Deutschland:
In den letzten Tagen und Wochen wurde mir wegen meines Akzents mehrfach Birmingham als Heimatstadt unterstellt. Also England wurde mir ja von der guten Frau Hagen im LK schon unterstellt, aber Birmingham... Bis auf, dass mein FIFA-Profi bei FIFA 09 da mal hin ausgeliehen wurde, besteht keine direkte Verbindung. Naja. Ich habe gefragt, ob das ein Kompliment ist, wenn Schotten mich für einen Engländer halten.... Sie behaupten ja.
Und noch ein letztes Geschichtchen zu Richard, dem ich gestern von meinem Abschied erzählte (womit wir doch nochmal beim Thema wären):
Es wurde ganz ruhig und setzte an: "Gut.... wir hatten jetzt nicht den besten Start....", was mir bis dahin noch nicht bewusst war. Und als ich ihm dann erzählte, dass aber ja ein neuer Bewohne komme, sagte er: "Vielleicht spielt der wenigstens nicht Gitarre!" :D - Fand ich lustig.
Achja und soeben habe ich es zum ersten Mal hinbekommen, das Badezimmer beim Duschen nicht unter Wasser zu setzen... und das am vorletzten Tag. Eine Schande sowas. Und auch noch an einem Freitag, dem 13. Wo ja eigentlich alles schief gehen sollte.
Soooooooooooooo,
das wars mit einem Blogeintrag, bei dem ich zu Beginn gezweifelt habe, ob ich überhaupt genug zu erzählen weiß... naja... so kann das gehen.
Euch n schönes Wochenende,
hegdl :P,
euer Ben/Bene/Beni/Benedikt
Da bin ich wieder... oder immernoch. Heute ist mein freier Tag und ich habe mich um 17:45 aus der trügerischen Sicherheit meines nicht abschließbaren Zimmers, sowie eigentlich auch meines Bettes begeben. Juuuunge. Hab ich gut geschlafen.
Egal. Im Moment ist ein wenig Ruhe bei mir. Ich bin zwar noch in Brae (zur Erinnerung: Das ist ein Haus), warte aber eigentlich nur auf den kommenden Sonntag, an dem ich umziehen werde. Weil das der Status quo ist und der sich auch nach intensivem Gespräch mit der Geschäftsleitung nicht hat ändern lassen, arbeite ich mich im Moment wirklich mehr durch die Tage. Abends ist es dann immer nett mit den anderen Assistants und doch hab ich immer im Hinterkopf, dass ich bald ja sowieso nicht mehr hier bin...
Das war zwar nach einem Tag des Nachdenkens eigentlich schon ok für mich, aber das glaubt mir keiner, weil ich am ersten Tag so geschockt war. Das heißt im Prinzip, dass alle so furchtbar viel Mitleid haben, dass gar nicht auffällt, dass das alles ja nun wirklich nicht dramatisch ist!
Ich möchte nur mal kurz auflisten, weshalb:
1. Saorsa (gespr: "Sorscha", meine neue Heimat) ist zu Fuß 1,9 Meilen von hier entfernt... das ist "geht so"-weit.
2. Saorsa ist zwar ein Reihenhaus, liegt aber in einer netten Gegend nahe der Natur. Das ist gut für Fahrrad fahren Joggen oder Ähnliches.
3. Die Leute in Saorsa sind eeeecht nett. Ich habe eigentlich alle schon getroffen, außer dem Buben, der für mich hierher zieht und der kann mir ja erstmal egal sein. Die anderen sind super drauf (so schien es in der Assistant's night, die wir zuletzt hatten und die bei weitem nicht so ereignisreich ist wie der Begriff "assistant's night" erahnen lässt). Ich stelle sie euch vor, wenn ich sie besser kenne.
3.1. Es ist nur eine Deutsche in Saorsa, was gut ist, denn, so nett Deutsche auch sind, sie sprechen erfahrungsgemäß schlechter Englisch als native speakers, von denen es in Saorsa schonmal mindestens 2 gibt (und damit einen mehr als in Brae). Das ist aber ein wenig nebensächlich, bezieht sich ja nur auf einen möglichen sprachlichen Fortschritt meinerseits.
4. Der Stadtkern Invernesses :P ist zwar weiter von Saorsa als von Brae entfernt, da aber die Bezeichnung City für die Stadt Inverness eigentlich ein Witz ist, da es mir doch ein wenig kleiner noch als Dormagen scheint und dafür ärgerlich wenige Schützenfeste zu bieten hat, bin ich mit dem Fahrrad trotzdem in einer Viertelstunde da. Die Verifizierung dieser These steht allerdings zur Zeit mangels eines entsprechenden Vehikels noch aus.
5. Die Entfernung zum Fitness-Gym beträgt von beiden Häusern eine Meile. Voll ok!!
6. Achja. Und das mit dem schlecht isolierenden Fenster stimmt. Es ist echt frisch in meinem Zimmer, Mami! Bin schon drauf und dran mir ne Hose anzuziehen ;)
Deshalb bin ich also nunmehr gespannt auf die Veränderung, bin aber jetzt schon dankbar für die letzten zwei Wochen, die mir viel länger vorkamen und in der mir die Leute in Brae wirklich ans Herz gewachsen sind!
Achja: Man will mir den Abschied auch noch versüßen. Neben der Tatsache, dass ich einen kleinen Schuh von Carol zum "Abschied" bekommen habe, gibt es heute Abend Käsefondue und Wein... UUUUUND ich krieg noch ne Schüssel Muffins von Anna!!!! ÜÜÜÜBERGEIL! Ich glaub ich zieh jetzt jede Woche um!
So. Schnitt. Thema Umzug für heute abgeschlossen.
Erzählenswert ist aber noch, dass wir hier am Mittwoch eine Einführung in Makaton (Gebärdensprache) bekommen haben. Fand ich super interessant und hat riesig Spaß gemacht. Und das obwohl es um neun Uhr war... :P
Und noch etwas. Ich komme gar nicht aus Deutschland:
In den letzten Tagen und Wochen wurde mir wegen meines Akzents mehrfach Birmingham als Heimatstadt unterstellt. Also England wurde mir ja von der guten Frau Hagen im LK schon unterstellt, aber Birmingham... Bis auf, dass mein FIFA-Profi bei FIFA 09 da mal hin ausgeliehen wurde, besteht keine direkte Verbindung. Naja. Ich habe gefragt, ob das ein Kompliment ist, wenn Schotten mich für einen Engländer halten.... Sie behaupten ja.
Und noch ein letztes Geschichtchen zu Richard, dem ich gestern von meinem Abschied erzählte (womit wir doch nochmal beim Thema wären):
Es wurde ganz ruhig und setzte an: "Gut.... wir hatten jetzt nicht den besten Start....", was mir bis dahin noch nicht bewusst war. Und als ich ihm dann erzählte, dass aber ja ein neuer Bewohne komme, sagte er: "Vielleicht spielt der wenigstens nicht Gitarre!" :D - Fand ich lustig.
Achja und soeben habe ich es zum ersten Mal hinbekommen, das Badezimmer beim Duschen nicht unter Wasser zu setzen... und das am vorletzten Tag. Eine Schande sowas. Und auch noch an einem Freitag, dem 13. Wo ja eigentlich alles schief gehen sollte.
Soooooooooooooo,
das wars mit einem Blogeintrag, bei dem ich zu Beginn gezweifelt habe, ob ich überhaupt genug zu erzählen weiß... naja... so kann das gehen.
Euch n schönes Wochenende,
hegdl :P,
euer Ben/Bene/Beni/Benedikt
Montag, 9. September 2013
Wetterwechsel
Hallo! Eine Zusammenfassung meines bisherigen Tages (im historischen Präsens):
Ich wache auf, denn mein Wecker klingelt. Das ist gut so. Das soll ein Wecker. Besonders, wenn ich ihn auf 20 vor zehn gestellt habe. Dann ist er nämlich nicht allzu früh dran, aber immernoch so zeitig, dass ich ohne ihn noch ein zwei Stunden schlafen würde (oder 4).
Ich bin also sanft geweckt worden und fühle mich gut. Gestern hatte ich um 6 frei und bin zeitig schlafen gegangen. Mit Blick aus dem Fester bemerke ich den strahlenden Sonnenschein, der den Garten in güldenes Licht hüllt. "Ja Mensch!", denk ich so bei mir, "Ja Mensch! Das ist aber schön. Ein schöner Tag. Heut fühl' ich mich richtig gut... Und sogar Zeit für ein warmes Düschchen ist noch! Juchei!"
Gesagt, getan. Wenn ich nicht vorher schon super drauf war, dann bin ich es jetzt.So ist das... Ist jetzt nicht sooo objektiv geschrieben :) . Ich betone nochmal: ALLE hier sind suuuuper nett, ich mag Brian richtig gern, genau wie alle anderen Bewohner, Assistants usw. Aber gerade deshalb möchte ich hier bleiben. Möchte ich die neuen Bekannten besser, näher kennen lernen. Das ist einfach schade. Klingt lächerlich nach ner Woche, nicht wahr? Egal. Das Haus in das ich komme ist ein weißes Reihenhaus aus den 80ern... pff. Werden wir uns sicher auch mit arrangieren, aber besser als hier geht es nicht. Und dass ich nicht einmal selbst an der "Zwangsräumung" schuld bin, macht das ganze irgendwie kein Bisschen leichter.
Ich eile in die Küche und genehmige mir ein kleines Frühstück, bevor ich beim Spülen beobachte, wie die Seifenblasen das Sonnenlicht in allen erdenklichen Farben spiegelt. "So ähnlich muss das Paradies sein!", schießen mir meine fröhlichen Gedanken in den Kopf. :P
Dann stellt Anna fest, dass ich heute mit Kochen dran bin. "Kein Problem", sage ich, "dann zauber ich euch ein Süppchen mit allem, dazu ein wenig Brot und einen knackig frischen Salat. Weil das Mittagessen zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Stunde entfernt liegt, hilft mir die liebe Hayley, die eigentlich frei hat.
Heute scheint mein Glückstag zu sein... Beim Essen bedanken sich alle herzlich, denn sowohl Suppe als auch Salat sind erwartungsgemäß ein Traum.
Auch Brian, meinem Houseleader schmeckt es.
"Ich wollte dir heute morgen schon sagen, dass du kochen musst.", meint er. "Ach, es hat ja alles geklappt.", sage ich zufrieden. Brian nickt:
"Ja. Und nochwas gibt es: Du musst hier ausziehen. Ab nächste Woche wohnst du in einem anderen Haus."
BAMM! Voll ins Gesicht! "Bitte?", frage ich grinsend, denn das kann ja nur ein Spaß sein. "Ein Junge aus dem anderen Haus kann dort nicht bleiben. Er muss hierhin und deshalb musst du mit ihm tauschen. Wollt's dir nur sagen, bevor du deinen Koffer ganz ausgepackt hast. Hab es selbst erst vor ner Stunde erfahren...", sagt er und zwinkert mir zu....
Der Koffer ist natürlich längst leer. Ich hatte vor hier ein Jahr zu bleiben. Naja. Aber dann kommt noch ein Satz mit dem ich als Single nun wirklich in diesem Jahr noch nicht gerechnet hatte: "Es liegt nicht an dir..."
Das macht die ganze Sache irgendwie nicht besser. Der Tag ist gegessen.
Beim erneuten Spülen berichte ich die Neuigkeit traurig meinen Mit-Assistants, die alle ähnlich schockiert sind wie ich, dann aber versuchen mich aufzuheitern, während ich mit einem schmutzigen Pfannenwender die wenigen Seifenblasen im trüben Spülwasser ertränke, obwohl sie mir nichts getan haben.
Bald darauf bin ich allein, weil außer mir gerade nur Brian arbeitet, der allerdings Bürokratisches regelt, während ich weiter spüle, was knappe zwei Stunden in Anspruch nimmt, vor allem in meiner Stimmung. Als ich aus dem Fenster gucke, sehe ich, dass simultan mit meiner Stimmung auch das Wetter umgeschlagen ist..Na klasse. Nach dem Spülen mache ich noch Derricks Bett. Als ich fertig bin ist 20 nach vier.
Seit vier habe ich frei. Muss um sieben wieder arbeiten. "So ähnlich muss das Paradies sein.
Naja. Mir geht's natürlich trotzdem eigentlich gut. Montag ziehe ich dann wohl um.
Macht es gut!
Ich schreib euch.
Ben
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